Da sind junge Menschen, die sich für ein Gymnasium mit wirtschaftlich-rechtlichem Profil entscheiden.

Da sind Fragen der Globalisierung, der weltwirtschaftlichen Entwicklung, Fragen von Rohstoffknappheit, CO2-Problematik, die Technisierung mit ihren Chancen und Risiken für die Zukunft, Ergebnisse neuester Forschung, die ethische Fragen aufwerfen und auf das Recht, die Moral und das Zusammenleben wesentliche Auswirkungen haben.

Darum bietet die Kantonsschule Hottingen in Zürich interessierten Schülerinnen und Schülern eine Ausbildung an, die sich vertieft mit ethischen und ökologischen Fragestellungen auseinandersetzt.

 

Der Akzent Ethik/Ökologie befasst sich wie bereits der Name impliziert mit den grossen interdisziplinären Bereichen der angewandten Ethik und der Ökologie:

Angewandte Ethik

  • Ist Kinderarbeit ethisch vertretbar?
  • Wie steht es mit der Spekulation mit Lebensmitteln oder anderen Rohstoffen?
  • Ist Selbsttötung ein Ausdruck von Autonomie?

Das sind Fragen aus der Angewandten Ethik und solchen Fragen wird im Akzent Ethik/Ökologie nachgegangen. Es werden Gelegenheiten geboten, solche Fragestellungen interdisziplinär mit Fachleuten und interessierten Mitschülerinnen und Mitschülern zu reflektieren und zu diskutieren. Es werden Anregungen gegeben und Methoden erarbeitet, wie mit solchen Fragen umgegangen werden kann.

Ökologie

  • Löst man mit Gentech das Problem des Welthungers?
  • Welche Rolle spielen Nachhaltigkeitsaspekte in Unternehmungen?
  • Wie vertragen sich Konsumlust und Sorge um die Mitwelt?

An der Kantonsschule Hottingen verstehen wir Ökologie in einem weiten Sinn. Es geht also nicht nur um Abfallentsorgung, sondern auch um die komplexen Beziehungen zwischen Menschen und ihrer Umwelt. Dazu werden fächerübergreifend Umweltprobleme aufgearbeitet und mögliche Lösungsstrategien diskutiert.

Anforderungen an diese Ausbildung

Dieser Akzent implementiert Angewandte Ethik und Ökologie in die Ausbildung am Wirtschaftsgymnasium. Der Akzent Ethik/Ökologie besteht seit 2004 und wurde am 11. Januar 2008 mit dem Profaxpreis für innovative Schulentwicklung ausgezeichnet. 

Nach einer externen Evaluation und dem Bildungsratsbeschluss vom 1. November 2010 ist er im Lehrplan der Kantonsschule Hottingen fest verankert.

In jedem Schuljahr ist pro Semester  jeweils ein Fach für die Akzentsetzung in Ethik und ein anderes Fach für die Akzentsetzung in Ökologie verantwortlich. Die entsprechende Lehrkraft thematisiert in ihrem Fach das ethisch respektive das ökologisch relevante Thema. Partnerfächer können dasselbe Thema unter andern Gesichtspunkten reflektieren und verstärken. Im Rahmen von Akzenttagen können auch zugezogene Fachleute aus Wirtschaft, Forschung usw. die Themen vertiefen. 
Während der zweiten Klasse absolvieren die Schülerinnen und Schüler einen Sozialeinsatz. Dieser ist als Langzeiteinsatz konzipiert, das heisst, die Schülerinnen und Schüler leisten über ein ganzes Jahr verteilt 80 Stunden Sozialarbeit. Die längerfristige, regelmässige Begegnung mit Asylbewerbern, Obdachlosen, Kindern aus sozial benachteiligten Familien oder alten, kranken oder behinderten Menschen ermöglicht den Akzentklässlern den Zugang zu ganz neuen Lebensfeldern.
Die Ziele des Sozialeinsatzes sind:
  1. Sensibilisierung für ethische Fragestellungen im Bereich von Benachteiligten in unserer Gesellschaft.
  2. Persönlichkeitsreifung durch Übernahme von Verantwortung über einen längeren Zeitraum hinweg.
  3. Förderung ethischer Kompetenzen und Theorie-Praxis-Transfer. 
Unter «offenen Unterrichtsgefässen» laufen im Wesentlichen ganz spezielle Arbeitswochen. Als Ergänzung zu den eher theoretischen Semesterakzenten soll es hier um Praxis, Erfahrungen und Begegnungen gehen.
  • 1. Klasse: Arbeitswoche mit Fokus Sozialeinsatz.
  • 2. Klasse: Wirtschafts-/Ökologiewoche – beispielsweise über die aktuelle Energieversorgung in der Schweiz oder über Konsumfragen.
  • 3. Klasse: Austausch mit einem osteuropäischen Gymnasium.Hier werden ethische und ökologische Problemstellungen in einem internationalen Zusammenhang studiert.
  • 4. Klasse: die Maturitätsarbeit bietet Gelegenheit, sich vertieft mit einer ethischen und/oder ökologischen Fragestellung zu befassen.
Die zusätzlich erworbenen Qualifikationen werden nach Abschluss des Lehrgangs in einer Beilage zum Maturitätszeugnis speziell ausgewiesen.